Saisonbericht 2015

Frank Balduf und Katrin Maier
Das Rallyeauto wurde Ende 2014 in die Garage gestellt und in genau diesem Zustand Anfang 2015 wieder hervorgeholt. Frei nach dem Motto: „Never touch a running system“. Es war ja nichts kaputt oder reparaturbedürftig…, dachte man.
Der langersehnte erste Rallyestart 2015 erfolgte Anfang März bei der Unterland Hohenlohe Wertungsfahrt in Öhringen. Die sechs Wertungsprüfungen führten durch Weinberge und Wäldchen und machten richtig Laune. Doch leider fuhr sich das Team in einer Spitzkehre eine Felge am Bordstein krumm. Bei der anschließenden Demontage der Reifen fiel dann auf, dass auch eine zweite Felge in allen erdenklichen Richtungen unrund lief und deutlich eierte. Das war vermutlich eine Folge der heftigen Landung nach der Sprungkuppe beim Rallyesprint Oberderdingen Ende 2014. Die Unwucht wurde auf Dreck in der Felge zurückgeführt, was wohl ein Irrtum war.
Daraufhin wurden schnell die Rennreifen auf einen zweiten Satz Felgen umgezogen, damit man bei der Rallye Ulm eine Woche später wieder am Start sein konnte. Hier startete Frank mit einem Gast-Beifahrer, welcher erst im Auto so richtig realisierte, dass eine Rallyeveranstaltung ganz schon auf den Magen schlagen kann. Er hat seinen Job ganz gut erledigt, aber es war schon interessant zu sehen, welche Farben ein Gesicht annehmen kann. Von käsebleich bis grün-schattiert war alles dabei.
Der nächste Start war dann wieder zusammen mit Katrin auf der Ostalbrallye. Dort wurden sehr anspruchsvolle Prüfungen geboten. Besonders die Wertungsprüfung „Teufelsküche“ machte Ihrem Namen alle Ehre. Auch Franks Lieblingskurve aus 2014, in welcher er den Mazda damals im Wald parkte, war auch diesmal ein heißer Kandidat. Aber auf der letzten Rille kam man wieder aus dem Graben raus, das wäre ja zu peinlich gewesen.
Weiter ging es einen Monat später auf der Rallye Haßberg-Ebern. Eine sehr schöne Veranstaltung mit vielen Zuschauern an der Strecke und abwechslungsreichen, fordernden Wertungsprüfungen. Bei dieser Rallye mangelte es aber leider an Konkurrenz, da nur ein weiteres Auto in der Wertungsklasse G19 startete.

Als Highlight der Rallyesaison konnte dann im Juli wieder die Grabfeldrallye in Angriff genommen werden. Bei dieser Rallye kam das MX5-Team im letzten Jahr nicht bis zum Start, da die gesamte Rallye zuvor wegen eines schweren Unfalls abgebrochen wurde. Dieses Jahr konnte es also nur besser werden. Die Veranstaltung fand ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres statt und so nahm man die langen Prüfungen bei 40°C Außentemperatur im winzigen Innenraum des Mazdas mit voll aufgedrehter Heizung, um die Maschine zu retten, in Angriff. Dies forderte schnell seinen Tribut: Ab der zweiten Wertungsprüfung quälte man sich mit Kühlpacks aus der Apotheke und nassen Handtüchern auf dem Kopf weiter. Auch der Motor ging mehrmals in den hitzebedingten Notlauf, so dass der MX5 in sehr gedrosseltem Tempo über die Wertungsprüfungen bewegt werden musste. Vor der fünften Wertungsprüfung entschied sich das Team dann aufgrund Überhitzung von Mensch und Maschine zur Aufgabe. Somit entfiel zwar der bei den Zuschauern und Fahrern sehr beliebte Rundkurs (= die sechste Wertungsprüfung), aber man konnte bei der abendlichen Feier im Festzelt teilnehmen. In 2016 will man dann aber auch die Zielfahne sehen.
Als Nächstes ging es zum Rallyesprint in Untergröningen. Hier wurde wieder die Ostalbrallye-Prüfung „Gröninger Wald“ rückwärts gefahren. Diese Prüfung beinhaltet „Franks Lieblingskurve“, welche in Gegenrichtung aber zum Glück keine Probleme macht. Hier gab es dann einen spannender Kampf um Platz 1 mit nur drei Zehntel Sekunden Differenz in den Fahrzeiten von WP2 und WP3, bei dem der MX5 aber auf Platz 2 verwiesen wurde.
Im September stand der Rallyesprint des MSC Aldingen an. In der ersten Wertungsprüfung noch mit starkem Vorsprung unterwegs, nahm man etwas Gas raus. Diese Chance ließ sich die Konkurrenz nicht entgehen und holte bis auf ca. 1,5 Sekunden auf. Voller Freude und Motivation starteten Katrin und Frank zur entscheidenden dritten Wertungsprüfung und wurden dann durch eine gelbe Fahne aufgrund eines defekten Autos gebremst, somit wurde es wieder nur der zweite Platz.
Als weiteres Highlight wurde die Rallye Fränkische Schweiz unter die Räder genommen, eine Veranstaltung mit insgesamt 70 Kilometern auf den Wertungsprüfungen und nahezu perfekter Organisation. Zudem bot die Rallye auch einen höheren Schotteranteil, da eine Wertungsprüfung durch ein Kieswerk führte. Besonders auf dem Schotter hatte das Team auch jede Menge Spaß. Die Rallye hat voll und ganz überzeugt und deshalb ist die Teilnahme in 2016 fest eingeplant.
Der Saisonabschluss fand beim Rallyesprint in Winnenden im Oktober statt. Wieder mit Gast-Beifahrer unterwegs konnte Frank aber keinen Erfolg erzielen, da man mangels Starter in der eigenen Klasse mit den leistungsstärkeren Autos der Gesamtsieger zusammengelegt wurde.
In nahezu der gesamten Saison 2015 waren die Starterzahlen in der G19 sehr klein und es wurden mehrmals Zusammenlegungen durchgeführt. Daher wurde die Entscheidung gefällt, in 2016 in der Gruppe F zu starten, wo es erheblich mehr Starter gibt. Ein Sieg ist in dieser leistungsstarken Klasse mit dem eher schwach motorisierten MX5 zwar erst mal nicht mehr drin, aber mit mehr Freiheiten im technischen Reglement steigt auch der Fahrspaß.